Zu jenem Zeitpunkt war dies sicherlich der Karrierehöhepunkt Martins.
Dann allerdings begann für Martin eine Zeit, in der er den harten Alltag des Fußballgeschäfts zu spüren bekam. Nachdem die A-Jugend des VfB Stuttgart im Jahr 2006 ihren Titel nicht verteidigen konnte, wollte Martin eigentlich in der Regionalliga-Mannschaft des VfB Fuß fassen. Allerdings kam er hier, teils auch durch den Rückschlag einer Knieverletzung, die ihn zu einer längeren Pause zwang, über vier Einsätze nicht hinaus. Diese mangelnde Spielpraxis bedeutete zudem das vorläufige Aus im DFB-Junioren-Team. Der Traum VfB Stuttgart hatte sich für Martin in eine Sackgasse verwandelt und daher war ein Vereinswechsel die logische Konsequenz.

Was Martin zu jenem Zeitpunkt nicht wusste: Die Frankfurter Eintracht hatte schon länger seine Fühler nach ihm ausgestreckt, drang allerdings mit ihrem Angebot nie zu ihm vor. An diesem Punkt kommt Frank Leicht ins Spiel, der Martin früher in der B-Jugend des VfB trainierte und mittlerweile die Oberligamannschaft der Eintracht betreut. Leicht vermittelte den Kontakt und nun musste Martin nicht lange überlegen: Es war für ihn eine Ehre, für einen großen deutschen Traditionsverein auflaufen zu dürfen. Was er vom VfB mitnahm, waren fünf Jahre, in denen er sportlich und menschlich reifte.
Als dann im Sommer 2007 für Martin das Abenteuer Eintracht begann, fühlte er sich sofort pudelwohl am Main. Zwar bedeutete der Wechsel zunächst einen Rückschritt (die zweite Mannschaft der Eintracht spielt in der Oberliga - und damit eine Liga tiefer als die des VfB), jedoch war dies für ihn genau der richtige Schritt, um wieder Spielpraxis zu sammeln und seine Nase langsam aber sicher in den rauhen Wind der Fußball-Bundesliga zu halten. Vorläufiger Karrierehöhepunkt war dann die erstmalige Nominierung für ein Bundesliga-Spiel.

Für das Auswärtsspiel in Wolfsburg am 1. Dezember 2007 wurde Martin
für den Kader nominiert. Dies sollte allerdings nur kurz sein Karrierehöhepunkt bleiben. Denn das Attribut "Angehöriger eines Bundesliga-Spielers" wurde just
in dieser Partie in "Bundesligaspieler" umgewandelt. Als Eintracht-Coach Friedhelm Funkel in der 77. Minute Martin Hess für Mehdi Mahdavikia einsetzte, war es
soweit. Der sympathische Junge aus Heilbronn durfte erstmals Bundesliga-Luft atmen.
Die Rückrunde der Saison 2007/08 steht an und Martin hat sich dafür einiges vorgenommen. Keiner weiß, welche Wege Martin noch beschreiten wird, doch eines bleibt
Gewiss: Wir drücken ihm ganz fest die Daumen.

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